Updates aus dem Gützeleben

Anfang Juni war wieder der Fleischervorstadtflohmarkt (oder auch „der Flohmi“, wie er im Haus gerne genannt wird) – und klar, es war wieder ganz viel los und große Teile der Nachbarschaft im Viertel unterwegs. Von Porzellan und Babyklamotten bis zu Outdoor-Rave und Stickertischen war alles dabei und natürlich konnte da auch unsere Präsenz nicht fehlen: Diesmal hatten wir neben etwas Flohmarktsachen viel (sehr viel) Kuchen, herzhaftes Gebäck und Getränke im Angebot.

Sehr gut angenommen wurde wieder die gemütliche Sessel-Couch-Sitzecke auf unserer Gehwegecke. Nur schade, dass die da nicht dauerhaft stehen kann (kritischer Blick Richtung Ordnungsamt 😉 ).

Am Wochenende drauf (um den 08.06.) gab es noch eine kleinere Bauaction: Im Dachgeschoss haben wir mit vereinten Kräften einen Teil der Schüttung rausgeschippt und die Schuttrutsche runtergekippt. Die Schüttung ist in der Decke zwischen 2. OG und Dachboden und muss da raus, um an die Balken im Dachboden-Boden ranzukommen – zB für einen Holz-Check und Ausbesserungen, langfristig soll da Dämmung rein.

Die Schuttrutsche hat leider ganz schön gelitten, aber klar, „Plastikplane vs. Bauschutt mit viel Schwung“ ist auch kein faires Match. Diesmal hat es aber alles noch geklappt und der ganze Schutt ist im Container geladet. So wie letztes mal gab’s wieder ziemlich viel Staub (und lecker kulinarische Baustellenversorgung), aber zum Glück können die Autos auf dem Hof kein Staub-Asthma bekommen und das Treppenhaus kann geputzt werden.

Unser Solidarischer Quadratmeter

Vielleicht habt ihr schon unsere schönen quadratischen Flyer gesehen. Es gibt nun die Möglichkeit, das Projekt zu unterstützen duch die Finanzierung eines “solidarischen Quadratmeters”.

Warum sollte ich das machen?

Als selbstverwaltetes Hausprojekt, das neben Wohnraum auch einen öffentlichen Raum für Veranstaltungen und Treffen bereitstellt, wird es im Haus nach der Sanierung eine Soli-Wohnung geben, in der Menschen, die sich in einer schwierigen Lebessituation befinden, zeitweise unterkommen können. Du kannst uns bei diesen Vorhaben unterstützen – z.B. duch Mithilfe auf unseren Baustellen bei der Haussanierung, duch Ideen und das Nutzen unseres öffentlichen Raumes, Direktkredite oder die Finanzierung eines solidarischen Quadratmeters.

Warum genau 7,49 €?

Der Betrieb des öffentlichen Raumes und der Soli-Wohnung kosten Geld – Geld, das wir gerne solidarisch auf vielen Schultern verteilen wollen. 7,49 € sind der festgelegte Quadratmeterpreis in der Gütze59, so finanzierst Du mit einer Spende in Höhe von 7,49 € im Monat, 1qm Freiraum oder 1qm Soli-Wohnung.

Wie geht das denn?

Kontaktiere uns über unsere E-Mail-Adresse (guetzeinfo@guetze59.de), dann richtest du einen Dauerauftrag ein oder füllst direkt einen Lastschrifteinzug aus.

Angriff auf das Haus – Glasbruch im Erdgeschoss

In der Nacht vom 20. auf den 21. April 2024 wurden gegen 2 Uhr nachts zwei Scheiben in der Gütze von unbekannten Täter*innen eingeworfen. An einer der eingeworfenen Scheiben klebte ein Plakat, das an die rassistischen Mordanschläge von Hanau erinnert, bei denen neun Menschen getötet wurden. 

Es wurde bei dem Angriff glücklicherweise niemand verletzt, da sich zu dem Zeitpunkt niemand in dem Raum befand. Ebensogut hätten die Steine aber auch schlafende Hausbewohner*innen verletzen können.

Zitat von einer Bewohner*in aus dem Haus: “Am Samstag hat es uns getroffen, doch uns ist bewusst, dass es sich bei so einer Tat um ein Abbild der Gesellschaft handelt. Immer offener wird nicht nur von der AfD, sondern auch von anderen Parteien Gewalt gegen marginalisierte Gruppen gefordert und ausgeübt, vom „Genderverbot“ in Stralsund bis zur Abschiebung aus dem Kirchenasyl in Schwerin. Wir finden es wichtig Meinungen, die in Opposition zu diesem bürgerlichen Konsens stehen, sichtbar zu machen und der rechten Gewalt, egal ob sie in Form von Steinen oder Worten kommt, die Stirn zu bieten.“

Wir wissen nicht, wer die Täter*innen dieses gezielten Angriffs waren und gehen von einer rechten Motivation aus. Dafür spricht auch, dass es keine spontane Aktion von Partygänger*innen auf dem Nachhauseweg war, da die Täter*innen schnell geflohen sein müssen. Das Datum des Angriffes erinnert an Aktionen aus den 90er Jahren, bei denen Neonazis anlässlich des Hitler-Geburtstages (20.4.) vielfach linke Projekte und Jugendzentren angriffen.

Angesichts des spürbaren Rechtsrucks mit enorm steigenden Angriffszahlen durch Neonazis, einem Aufstieg der AfD und ihrer Deportationspläne, sowie der Verfestigung rassistischer Zustände durch eine verschärfte Asylgesetzgebung, gilt es solche Angriffe ernstzunehmen. Wir bewerten den Vorfall nicht als isolierte Tat, vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Klimas in Greifswald, wo Einschüchterung, rassistische Stimmungsmache und das Erzeugen von Scheinskandalen durch Falschinformationen auf der Tagesordnung stehen.

In Greifswald hat sich die Frequenz der Angriffe von Rechts erhöht:

 * 2022 versuchen rassistische Bürger_innen in MV und auch Greifswald die Unterbringung von Geflüchteten zu verhindern

 * Im Herbst 2023 macht ein Studierender rassistische Angriffe auf ihn öffentlich

 * Dezember 2023: rechte Männer schüchtern Bauarbeiter auf dem Gelände des Katapult Magazins ein, der rechte Montagsdemoorganisator Thomas Kerl betritt gegen den Willen der Redaktion das Gebäude, beschimpft und bedroht die Redaktionsmitglieder        

 * bei den Bauernprotesten im Januar 2024 sagt ein Redner unter lautem Beifall Hunderter (u.a. auch Neonazis) „leider haben wir ja noch das Wahlsystem“ und wettert mit antikommunistischen Statements

 * Im Januar 2024 fährt Grit Wuschek und ihre Bürgerinitiative mit Lautsprecherwagen durch die Stadt und fordert einen Finanzierungsstopp für das Haus- und Kulturprojekt Straze.

Auch wenn diese Entwicklungen bedrohlich sind wollen wir klar machen: wir lassen uns nicht von der deutschen Realität einschüchtern, sondern treten faschistischen Tendenzen entschlossen entgegen.  

Wir haben neue Flyer!

Falls Du nicht sowieso schon einen im Briefkasten gefunden hast, hier der Text zum nachlesen – im Bildformat findest du alle Inhalte auch unter dem Text.

Wer wir sind:

Wir sind eine Gruppe von Menschen mit unterschiedlichen Positionierungen und mit dem gemeinsamen Ziel ein Wohnhaus in Greifswald dauerhaft selbstzuverwalten.

Wir wollen politisch in die Stadt wirken, wohnen gemeinschaftlich im Haus und unterstützen uns im Alltag. Wir verstehen uns als feministisches und antirassistisches Haus. Wir befinden uns im stetigen Lernprozess mit unseren eigenen Privilegien.

Direktkredite:

Aufgrund steigender Baukosten benötigen wir für die Sanierung finanzielle Unterstützung. Vor fast zwei Jahren konnten wir schon einmal auf Privatpersonen zählen: wir konnten das Haus unabhängig von einem Bankkredit kaufen – durch Direktkredite! Direktkredite sind private Darlehen. Um trotz Baukostensteigerung und hohen Bankzinsen notwendige Baumaßnahmen umzusetzen, benötigen wir nach dem erfolgreichen Hauskauf 2021 nochmals 149.000,- € Direktkredite.

Die Direktkredite ermöglichen uns mehr Unabhängigkeit und Sicherheit gegenüber der Bank und sorgen langfristig dafür, dass die Gütze59 ein Wohnhaus mit bezahlbaren Mieten bleibt. Du kannst uns mit einem Direktkredit ab 500,- € zu einer von dir festgelegten Laufzeit unterstützen. Wir geben Dir bis zu 1,5% Zinsen pro Jahr. Dein Geld unterstützt uns so lange, bis Du es wieder brauchst. Eine Win-Win-Situation für alle Seiten.

Du möchtest uns einen Direktkredit geben?

Wenn Du noch mehr Fragen hast oder unser Projekt mit einem Direktkredit unterstützen willst, dann besuche gern unsere Internetseite oder schreib uns direkt eine E-Mail! Wir würden Dich auch gerne persönlich kennenlernen, Dich zu einer Hausführung einladen oder mit Dir einen Telefon-Termin vereinbaren, um über Deine Wunschkonditionen zu sprechen.

Wir suchen Menschen, die uns Geld leihen, um auch für zukünftige Generationen solidarischen und bezahlbaren Wohnraum in Greifswald zu schaffen. Wenn Du Lust hast unser politisch und sozial engagiertes Haus zu unterstützen und eine solidarische, transparente und nachhaltige Geldanlage suchst, dann melde Dich beiuns!
Wir freuen uns auch, wenn Du unsere Idee und unser Gesuch in Deinem Umfeld teilst.

Die Schuttrutsche ist da

Seit Beginn der Bauwoche heute am 10. Oktober gibt’s hier eine schicke Schuttrutsche aus dem Dachgeschoss, um alles Material, was raus muss, sicher in den Container im Hof zu befördern. Da geht es gerade vor allem um die Deckenverkleidung auf dem Dachboden, welcher früher übrigens auch als Wohnraum genutzt wurde. Denn das Dachgeschoss soll gedämmt werden. Vielleicht verbergen sich dahinter auch Stellen, die wir im Dach ausbessern müssen. Bisher haben wir glücklicherweise nur Zeitungen von 1908 entdeckt. Wer mithelfen will, den Schuttcontainer weiter zu füllen, kann gerne diese Woche zum Anpacken vorbei kommen, täglich 10 bis 18 Uhr (außer Mittwoch, da geht’s erst 14 Uhr los).

MAMPF MAMPF MERCREDI in der Gütze59

Was:

was zu Mampfen, KüfA: Küche für alle

Wann:

naja Mittwoch 12.10 ab 18h

Abends nie hungrig?

Dann komm doch vorher zu unserer Dachbaustelle und pack mit an. Komm einfach rum Mo-Fr ab 10 Uhr.

Wir freuen uns auf dich

Stemmhammer, Staub und Schreibtisch-Planungsarbeiten

Seit 304 Tagen ist die Gütze59 selbstverwaltet.

Was bedeutet das für uns?

Es gibt nun neben den gemeinsamen Plena verschiedene Arbeitsgruppen: Finanzierung, Bauplanung, Öffentlichkeitsarbeit. Wir haben nun eine Bauherr*innen und Hausversicherung, Müllabfuhr und andere Dienstleistungen für solche Späße.
Ein selbstverwaltetes Haus zu haben, bedeutet für uns aber auch mehr Verantwortung übernehmen zu können, sodass wir in den kalten Monaten und darüber hinaus, Menschen ohne Wohnraum anbieten konnten, bei uns übergangsweise einen Wohnort zu haben.

Subbotniks, Auftragsarbeiten und dringende Suche nach Direktkrediten

Für andere wichtige Entscheidungsprozesse brauchten wir aber Unterstützung von Außen. So haben wir ein Holzschutzgutachten und ein Energieeffizienzgutachten in Auftrag gegeben. Die Zuarbeiten konnten wir aber mit unserer eigenen Kraft und der unseren Friendz in 6 Subbotniks wuppen. Wer in Greifswald wohnt, kennt diesen Begriff: Selbstverwaltete Häuser und Projekte rufen zu Arbeitseinsätzen, wo das ein oder andere Werkzeug zum ersten Mal in der Hand gehalten wird und neue Bauarbeitsvokabeln gelernt werden. Es wurden Dielen hochgenommen, Balkenköpfe freigelegt und Schüttung geschleppt, Tapete, oder eher die Tapetengestaltungshistorie der letzen hundert Jahre wurde abgekratzt und danach der öffentliche Raum mit einer Tanzveranstaltung eingeweiht.

Mit den Gutachten können wir nun endlich Butter bei die Fische machen. Das heißt, wir müssen auf Grundlage der Gutachten nun Entscheidungen über Erneuerung von den Balken, das Grundgerüst des Hauses, bis in kleinere Schönheits- und gleichzeitig lebenswichtige Details wie die Dämmung und das Heizsystem, treffen. Davon hängt ab wie hoch der tatsächliche Bankkredit wird, mit dem wir dann in die weitere Bauphase steigen.

Aktuell speisen wir die Kosten der Gutachten, der Bauleitung, der Architektin noch von Direktkrediten, sind aber aktuell dringend auf der Suche nach neuen Direktkrediten für die laufenden Kosten, bis wir den Bankkredit einlösen. Falls ihr uns einen Direktkredit geben könnt (z. B. 1000 € für 1 Jahr), kontaktiert uns über unsere Email und wir kommen freudig mit euch in Kontakt.

Politische Auseinandersetzungen und Wohnen- Suche nach Mitbewohnis bevorzugt LGBTI* und Persons of Color

Außer den vielen vielen bürokratischen Entscheidungen, haben wir auch Gruppenprozesse angestoßen und fortgeführt. Was bedeutet es für uns ein politisches Wohnprojekt zu sein, wer hat in Deutschland eigentlich Zugang zu selbstverwalteten Räumen dieser Art, welche Privilegien haben wir selbst und wie positionieren wir uns im gesellschaftlichen Kontext mit der Frage im Hintergrund, wie können wir unsere Struktur öffnen, für Menschen mit weniger Zugang zu solchen Räumen zum Beispiel Persons of Color, LGBTI* Personen. Solltest du dich davon angesprochen fühlen, melde dich auch wieder über die Email bei uns, denn wir suchen noch Mitbewohner:innen, die mit uns weiter mehr Staub aufwirbeln.

Die nächsten Monate bleiben spannend, der Wunsch nach Umzugskartons packen steigt. Wir halten euch unsere Unterstützer:innen und Interessierten auf dem Laufenden.

Eure Gütze59

Es ist so weit!

Wir treffen uns seit nunmehr zweieinhalb Jahren, haben geplant, gedacht und gebrainstormt, ein Nutzungskonzept entworfen, Finanzpläne geschmiedet, einen Verein und eine GmbH gegründet, und als Gruppe einen riesigen Findungsprozess angestoßen. Und nun?


Nun ist es seit einigen Wochen offiziell: Die Gütze gehört uns! Wir lassen die Sektkorken und das Tischfeuerwerk krachen und pusten die Luftschlangen, bis das Zimmer voll ist!

Was aber bedeutet das eigentlich, “Die Gütze gehört uns!”?

Nachdem die Stadt uns im Dezember als Käufer*innen auserkoren hatte, wurde der Verwaltungsaufwand, den so ein Verkauf bedeutet, im Februar noch einmal jäh unterbrochen. Weil sich einige Mitbewerber*innen ungerecht behandelt fühlten, hatte das Landgericht Stralsund eine einstweilige Verfügung verhängt! Dank glücklicher Fügung verfügte das Landgericht einige Zeit später das Ende dieser Verfügung – Der Beginn der Vergnügung der Vertragsunterschrift.

Also haben wir schnell die letzten Details des Kaufvertrages geklärt, ab ging es zur Notarin und nach nur gut zwei Stunden Vorlesezeit war der große Moment gekommen – wir überwiesen den Kaufpreis und zum 1.06 ging der Besitz der Gütze an uns über.

Für diejenigen von uns, die schon seit Jahren in dem Haus wohnen, bedeutet das nicht nur, dass wir jetzt die Miete an ein anderes Konto überweisen müssen. Vielmehr können wir jetzt endlich aufatmen, dass wir nach Jahren des Wohnens ohne Mietverträge (die WVG wollte keine Neuen ausstellen) und der Unsicherheit, ob wir hier bleiben können, endlich eine Perspektive für uns haben. In diesem Haus haben über die Jahre Generationen engagierter Menschen gewohnt: von DJs, Radiomacher*innen, Blech- und Holzbläser*innen und anderen Soundleuten, über Festivalorganisator*innen und Aktivist*innen bis zu Handwerker*innen haben die Menschen, die in diesem Haus eine günstige Bleibe gefunden haben, diese Stadt über die Jahre bereichert. Wir freuen uns, dass dieser Ort als Alternative in der Fleischervorstadt erhalten bleibt und auch in Zukunft unkommerzielle Räume schaffen wird!

Jetzt fängt die Arbeit für uns aber erst richtig an: Wir wollen ein umfangreiches Sanierungsprojekt stemmen, einen weiteren Verein gründen, der öffentliches Leben in die Gütze bringt, aus unserem Haus heraus politische Arbeit leisten, neue Mitbewohner*innen finden und ganz nebenbei die Verwaltungsarbeiten, die jetzt anfallen, auch nicht hinten herunterfallen lassen.

Den Weg bis hier hin hätten wir ohne die zahlreichen Menschen, die uns auf so verschiedene Arten unterstützen, niemals geschafft. Danke für all die Direktkredite! Danke für das ganze Geld! Danke, Planwerkstatt Tangram! Danke, Frau Sachs! Danke, IkuWo! Danke, Hof Schwarze Schafe! Danke StraZe! Danke, dass wir Eure Räumlichkeiten nutzen durften! Danke für Eure Expertisen! Danke für Geschenkkisten im Flur! Danke für Nervennahrung! Danke an alle unsere Freund*innen für die zahlreichen offenen Ohren! Danke für die Arbeit, die Ihr für unser Projekt investiert habt! Danke, dass Ihr da seid! Danke, Danke, Danke!

Eure Gütze 59

Solidarität mit der Baumbesetzung vor der Stralsunder Straße 47 in Greifswald

Aktivist:innen der Klimagerechtigkeitsbewegung besetzten am 22. Februar 2021 symbolisch eine Linde in der Stralsunder Straße 47 in Greifswald. Sie protestieren damit gegen die in Greifswald besonders ausgeprägte Gentrifizierung, den Umbau in eine „Stadt der Reichen“ und den Abriss der historischen Gaststätte „Alte Flora“.

Die Gütze59 unterstützt die Besetzung und die Forderung nach einem „Recht auf Stadt“. Ebenso wie in anderen Städten spitzt sich die Lage auf dem ohnehin angespannten Wohnungsmarkt auch in Greifswald weiter zu: Steigende Mieten, Verdrängungsprozesse und eine Aufspaltung der Stadt in arm und reich sind die Folgen.

Wer daran konkret etwas verändern will, muss sich mit dieser Wirklichkeit auseinandersetzen. Investor:innen ohne Verantwortungsbewusstsein für stadträumliche und quartiersbezogene Konsequenzen sind dabei ebenso wenig hilfreich wie vermeintliche Beteiligungsstrategien, die Bürger:innen über die Verschlechterung ihrer öffentlichen Infrastruktur mitentscheiden lassen und selbst dann nicht umgesetzt werden. Es braucht kein Betongold, keine Wertsteigerungen, keine Spekulation mit Wohnraum, keine ästhetische Vereinheitlichung und auch keine Lippenbekenntnisse. Es braucht sozialen und bezahlbaren Wohnraum für alle und eine subversive, kollektive und solidarische Stadtgestaltung.

#AufBäumefürWohnräume

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